Radlands


Einige von euch werden sicherlich etwas von unserer Aktion Mein Spiel 2021 mitbekommen haben. Der einzige Beitrag, der in dem Artikel fehlt ist mein Spiel 2021. Wer uns in den sozialen Medien folgt weiß bereits was jetzt kommt: Radlands. Das Spiel des kanadischen Spieleverlags Roxley Games wurde im Februar 2021 sehr erfolgreich auf Kickstarter finanziert. Begeistert von dem Thema und Design, dass irgendwo zwischen Tank Girl Comic und Mad Max schwankt habe ich das Projekt direkt unterstützt. Erst sehr viel später im Jahr ist mir bewusst geworden, was das Spiel darüberhinaus noch so zu bieten hat.

Radlands ist ein schnelles kompetitives Spiel für zwei Spieler, dass komplett über Karten gesteuert wird. Ziel ist es die drei gegnerischen Camps zu zerstören. Mal sehen, ob das wirklich so einfach ist, wie es sich anhört.

Ab auf die Matte

Vor dem Start müssen aber zuerst drei Camps ausgesucht sowie die Startkarten und Ressourcen verteilt werden. Dass Spiel kommt in einer kleinen Box, die ohne Probleme im Rucksack transportiert werden kann. Allerdings macht das Spiel deutlich mehr Spass, wenn die separat erhältlichen Spielmatten genutzt werden. Diese sehen nicht nur gut aus, sondern geben dem Spiel auch die empfohlene Struktur beim Auslegen und Spielen der Karten, welche nicht ganz unwichtig ist.

Gespielt wird in einem 3x3 Raster, wobei in der untersten Zeile die Camps platziert werden. In den beiden oberen Zeilen versuchen die Spieler durch platzieren von Punks, Kriegern und Mutanten die eigenen Camps zu schützen. Diese sind nämlich nur geschützt, wenn mindestens eine Karte davor liegt.

Auf der linken Seite befindet sich die Warteschlange. Dort wandern ausliegen Ereignisse pro Runde eine Reihe vor und werden schließlich ausgelöst. Außerdem verfügt jeder Spieler über einen Wassersilo und das Raiders-Ereignis. Wasser ist die allgemeine Währung in Radlands und diese ist - wie nicht anders zu erwarten - immer knapp. Die Anzahl der Handkarten mit denen das Spiel begonnen wird ist auf den Campkarten abgebildet. Der Startspieler beginnt das Spiel mit nur einem Wasser Token.

Punks, Effekte und immer dieser Durst

Eine Runde Radlands wird so lange gespielt, bis drei Camps auf einer Seite zerstört sind. So lange führen die Spieler immer abwechselnd einen Zug aus. Ein Zug besteht aus den folgenden drei Schritten:

  1. Ereignisse auslösen - alle Karten in der Warteschlange werden ein Feld nach oben geschoben. Ereignisse, die über die obere der drei Zeilen hinausgehen werden ausgelöst. Die Karte wird anschließend abgeworfen (außer es handelt sich um die Raiders - diese kommen zurück in die eigene Auslage).
  2. Der:die Spieler legt die drei Wasser Tokens in den eigenen Vorrat und zieht eine Karte
  3. Der:die Spieler spielt solange Aktionen aus, bis die Ressourcen erschöpft sind. Dafür stehen fünf Aktionen zur Verfügung die wir uns nachfolgend genauer ansehen

Zum einen kann der Spieler eine Karte ausspielen. In den meisten Fällen muss diese Aktion mit Wasser bezahlt werden. Die gespielte Karte wird vor einem der Camps platziert. Die Bezahlung wird direkt auf die Karte gelegt und signalisiert, dass diese nicht einsatzbereit ist. Für zwei Wasser kann auch eine Karte gezogen werden. An dem hohen Preis merkt man schon, dass nicht nur das Wasser sondern auch Handkarten ein rares Gut sind. Eine Handkarte kann auch abgeworfen werden, um den auf der linken Seite abgebildeten Effekt zu nutzen.

Mit dem Wassersilo verschafft man sich einen Vorteil für die Zukunft. Dieser kann gegen Bezahlung von einem Wasser auf die Hand genommen und zu einem beliebigen späteren Zeitpunkt ausgespielt werden. Damit hat man also in einer der kommenden Runden vier Wasser zur Verfügung.

Eine der wichtigsten Aktionen ist es eine Kartenfähigkeit zu nutzen. Jede Person und jedes Camp verfügt über eine Fähigkeit, die - meist gegen Bezahlung - genutzt werden kann. Dafür müssen bestimmte Vorraussetzungen erfüllt sein:

  • Personen dürfen nicht verwundet und müssen einsatzbereit sein
  • Camps müssen einsatzbereit sein

Die Fähigkeiten der Karten sind sehr unterschiedlich und dienen natürlich hauptsächlich dazu dem Gegner zu schaden. Aber auch eigene Karten können über Effekte wieder einsatzbereit gemacht und Schäden geheilt werden. Eine Sonderrolle haben die Punks. Sie haben keine Fähigkeit und dienen der einmaligen Verteidigung. Nach einem Treffer werden sie direkt abgelegt während normale Personen bei einem Treffen 'nur' verwundet sind.

Eine neue Runde?

Ja gerne sofort und danach noch eine. Radlands ist extrem kompetetiv und die Duelle nervenaufreibend. Dabei ist das Spiel sehr kurzweilig und gut ausbalanciert. So ist es uns öfters passiert, dass ein sichergeglaubter Sieg doch noch durch einen verzweifelten Endkampf gedreht werden konnte. Natürlich ist eine gehörige Portion Glück mit im Spiel. Einige Karten sind da schon stärker als andere. Wer das Spiel und vor allem die Fähigkeiten der Camps kennt hat da einen Vorteil, weshalb es eine gut funktionierende Startauswahl der Camps für die ersten Runden gibt. Diese Startaufstellung empfiehlt sich auch für Neulinge in Sachen Radlands.

Eine Besonderheit bei dem Spiel sind die hochwertigen Karten. Diese sind aus einem synthetischen Verbundstoff und haben kein Problem damit in der Mitte geknickt zu werden. Auch die Wasser Tokens sind schöne schwere Scheiben - allerdings nicht in der englischen Retail-Version. Dort sind es simple Marker aus Pappe. Die Spielmatten sind eine sinnvolle Erweiterung und sollten auf jeden Fall mitbestellt werden.

In Kürze ist Radlands in der Spieleschmiede und damit bald auch auf deutsch verfügbar inklusive der hochwertigen Karten und Komponenten. Aber auch die englische Version kann aufgrund der eingängigen Ikonographie und der leicht verständlichen Sprache schnell gelernt und gespielt werden. Wenn diese Hürde genommen ist bekommt man ein schnelles konfrontatives Kartenspiel mit großer taktischer Tiefe und tollem Design!

Spieleranzahl: 2 | Alter: 14+ | Spieldauer: 20-40 Minuten | Erscheinungsjahr: 2021
Autor: Daniel Piechnick | Illustration: Lina Cossette, Damien Mammoliti, Manny Trembley | Verlag: Roxley Games

  • 12 Wasserscheiben
  • 2 Kartendecks
  • 1 Spielanleitung

Übernimm die Rolle des Anführers deiner postapokalyptischen Gruppe von Überlebenden in einem erbitterten Kampf um den Schutz deiner drei Lager vor einem bösartigen rivalisierenden Stamm. Wenn sie alle zerstört werden, verlierst du das Spiel.

Die wichtigste Ressource im Spiel ist Wasser. Du gibst es aus, um Menschen und Ereignisse zu spielen und die Fähigkeiten von Karten zu nutzen, die du bereits auf dem Tisch liegen hast. Völker schützen Ihre Camps und bieten nützliche Fähigkeiten, während Ereignisse mächtige Effekte sind, die sich erst mit der Zeit auszahlen.

Beide Spieler ziehen Karten vom selben Stapel. Alle Karten können entweder auf den Tisch gespielt oder für schnelle "Schrott"-Effekte abgeworfen werden. Um zu gewinnen, müssen Sie Ihre Karten und Ihr Wasser klug einsetzen.

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15.04.2022 - Stefan