Nidavellir


Weidun und Bonfur saßen auf der kleinen Bank unten am Fluss und starrten auf das plätschernde Wasser. „Wir müssen bald weiter“, sagte Weidun „der Weg ist noch lang“. „Gib mir noch zehn Minuten“, antwortete Bonfur und stützte sich müde auf seinen eisernen Schmiedehammer. Die Nacht war einfach zu kurz in der Taverne „Zum feiernden Goblin“.

Der König höchstpersönlich hat Weidun nebst einigen anderen Zwergen ausgewählt eine neue Armee zusammenzustellen. Späher hatten herausgefunden, dass der Drache Fafnir Pläne hegte, dass Königreich Nidavellir zu vernichten. Weidun machte sich also auf den Weg und zog von Taverne zu Taverne um die stärksten Zwerge des Landes für sein Vorhaben zu gewinnen. Der königliche Rat hatte Weidun dazu mit reichlich Gold ausgestattet, allerdings hatte er eine andere Fähigkeit, die fast noch wichtiger war als das Gold: sein Verhandlungsgeschick. Habt ihr das Zeug Weidun zu unterstützen? Dann begleitet uns ins Königreich Nidavellir.

Auf ins Zwergenreich

Nidavellir ist ein Set-Collection Spiel für zwei bis fünf Spieler. Jeder Spieler schlüpft in die Rolle eines Elvaland und versucht die stärkste Streitmacht für den König zu rekrutieren. Gespielt wird über zwei Zeitalter wobei jedes Zeitalter aus vier Runden besteht (bei 4+ Spielern fünf Runden). Nach dem ersten Zeitalter gibt es eine Zwischenwertung.

Wie bei den meisten Set-Collection Spielen fragt man sich natürlich als erstes: was muss ich denn sammeln? In Nidavellier sind die Zwerge in Klassen eingeteilt. Durch die Gestaltung der Karten lässt sich schnell erkennen, zu welcher Klasse ein Zwerg gehört. Die Karten sind durchgängig schwarz/weiß, verfügen aber über Rangabzeichen in den entsprechenden Farben und werden bei Spielende natürlich unterschiedlich gewertet:

-Schmied (violett): Punkte entsprechend der Anzahl der Rangabzeichen auf den Truppentableaus
-Jäger (grün): Punkte entsprechend der Anzahl der Rangabzeichen auf den Truppentableaus
-Entdecker (blau): Punkte entsprechend der Mutwerte in den Rangabzeichen
-Minenarbeiter (orange): Die Anzahl Rangabzeichen wird mit den Mutwerten multipliziert
-Krieger (rot): Punkte entsprechend der Mutwerte in den Rangabzeichen

Immer wenn ein neues vollständiges Set in der Auslage des Spielers liegt (Set = ein Zwerg von jeder Farbe) muss der Spieler einen Helden aus einem der vier Kartenhalter rekrutieren. Helden gehören nicht immer einer Klasse an, bringen aber meist ordentlich Punkte bei der Endwertung, z. B. wenn man am Ende die meisten DWERG-Brüder besitzt.

Durch die Tavernen im Dorf

Zu Beginn einer jeden Runde wird die Auslage mit den Karten des jeweiligen Zeitalters erneuert. Dann beginnen die Spieler ihre Münzen verdeckt auf dem Truppentableau zu platzieren. Jeweils eine für die entsprechende Taverne und die letzten beiden kommen in den Geldbeutel unterhalb des Truppentableaus. Nachdem alle Münzen platziert sind werden diese Taverne für Taverne zeitgleich aufgedeckt. Der Spieler mit der höheren Münze darf zuerst eine Karte aus der entsprechenden Taverne nehmen und in seiner Auslage platzieren. Sollten mehrere Spieler die gleiche Münze eingesetzt haben entscheidet der Diamant über dem Truppentableau wer zuerst eine Karte nehmen darf. Der Diamant wird anschließend getauscht.

Hat ein Spieler auf einer Taverne die Null-Münze platziert darf er sich eine neue Münze aus der Schatzkammer nehmen. Der Wert wird über die beiden Münzen im Geldbeutel bestimmt - diese werden addiert. Sollte die Münze mit dem entsprechenden Wert vergriffen sein, darf die nächst höhere Münze genommen werden. Die Münze aus der Schatzkammer wird dann mit der höchsten Münze im Geldbeutel getauscht. Mit bestimmten Subventions-, Helden- oder Wertungskarten können Münzen ebenfalls aufgewertet werden.

Die letzte Runde des ersten Zeitalters läutet die Zwischenwertung ein. Hier bekommen die Spieler zum ersten Mal eine Belohnung für ihren Fleiß. An dieser Stelle findet eine einfache Wertung statt, bei der es darum geht die meisten Zwerge einer bestimmten Klasse zu haben. Am Ende des zweiten Zeitalters werden die Zwerge entsprechend ihrer Klasse gewertet. Zusätzliche Punkte gibt es dann auch für Helden, die angesammelten Münzen und das goldene Juwel.

Durchzechte Nächte - was bleibt?

Eigentlich ist Nidavellir ein klassisches Set-Collection Spiel. Wir sammeln also fleißig Karten und erweitern unser Zwergen Armee. Der besondere Spielreiz kommt mit dem innovativen Drafting- und Bietmechanismus der die Spieler zum bluffen animiert. Sein volles Potential entfaltet das Spiel in einer Runde mit drei bis vier Spielern - da macht es einfach am meisten Spaß. Mit fünf Spielern wird es schon etwas unübersichtlich. Unabhängig von der Spieleranzahl benötigt man auf jeden Fall ordentlich Platz auf dem Tisch.

Das gesamte Spielmaterial ist sehr ansprechend illustriert. Durch die Gestaltung der Karten hat man die Klassen und Wertigkeiten sehr gut im Blick. Die Kartenhalter für die Helden und der Aufsteller für die Schatzkammer sind praktisch und sorgen ebenfalls für eine übersichtliche Auslage.

Abschließend bleibt die Frage, wie oft das Spiel zukünftig bei uns in der Runde Anklang finden wird, da der Ablauf der Partien doch recht gleich ist. Für eine schnelle Runde zwischendurch oder auch für ein Spiel mit Brettspiel Neulingen eignet es sich aber aufgrund der leicht zu lernenden Regeln und dem strukturierten Spielverlauf sehr gut.

Und was wurde denn jetzt eigentlich aus Weidun? Mir ist zu Ohren gekommen er ist eines Nachts im Gasthaus "Zum tänzelnden Pony" versackt und wurde danach nicht mehr gesehen. Angeblich hat er das ganze Gold des königlichen Rates bei einem Kartenspiel verzockt und reichlich Gerstensaft getrunken. Habt ihr was gehört? Wenn ja schreibt es uns ...

Spieleranzahl: 2-5 | Alter: 10+ | Spieldauer: 40-60 Minuten | Erscheinungsjahr: 2020
Autor: Serge Laget | Illustration: Jean-Marie Minguez | Verlag: PEGASUS SPIELE Verlags- und Medienvertriebsgesellschaft mbH
Weitere Informationen: pegasus.de/11115/nidavellir

  • 118 Karten
  • 3 Tavernen-Plättchen
  • 5 Truppentableaus
  • 3 Handels-Plättchen
  • 6 Juwelen-Plättchen
  • 60 Münz-Plättchen
  • 1 Schatzkammer
  • 4 Kartenhalter
  • 1 Wertungsblock
  • 1 Anleitung

Nidavellir, das Zwergenreich, wird durch den Drachen Fafnir bedroht. Als ehrwürdige Elvalande wurden die Spieler vom König auserwählt, um die mächtigste Streitmacht zu erstellen, um den Drachen zu besiegen. Dazu durchstreifen die Spieler jede Taverne des Königreichs, um die geschicktesten Zwerge anzuheuern und die angesehensten Helden zu rekrutieren.

Dazu bieten die Spieler in jeder Runde eine Münze für jede Taverne in Nidavellir. In absteigender Reihenfolge wählen Sie dann einen Charakter und fügen diesen zu Ihrer Armee hinzu. Jede Zwergenklasse hat dabei ihre eigene Wertungsart: Schmied, Jäger, Krieger, Entdecker und Minenarbeiter. Durch geschickte Rekrutierung können die Spieler außerdem einen mächtigen Helden für Ihre Armee gewinnen.

Außerdem können die Spieler den Wert Ihrer Goldmünzen dank des cleveren "Münzbausystems" steigern und das Beste aus den anderen Elvalanden herausholen.

kompetitiv Set Collection Drafting Fantasy Analoge Spiele
11.12.2020 - Stefan