Cairn


Juna erinnert sich noch gut an den Tag, an dem sie zum ersten Mal aus ihrem Dorf schlich um alleine in den Wald zu gehen. Sie war schon immer fasziniert von den riesigen uralten Bäumen, den moosbewachsenen Steinkreisen und dem erdigen Duft wenn die Sonne den Waldboden erwärmte. Auf einer Lichtung entdeckte sie damals den verotteten Baumstumpf, der etwas Magisches an sich hatte. Kleine Lichter tanzten umher und sie hatte den Drang ihn zu berühren. Als ihre Finger über das kühle Holz strichen hörte sie plötzlich ein lautes Knacken. Eine Hand packte sie an der rechten Schulter. Erschrocken drehte sie sich um. "Papa" - schrie Juna erleichtert.

In Erwartung eines riesigen Donnerwetters sah Juna ihren Vater an - doch dieser sagte nur: "Lass uns gehen - wir haben einiges zu besprechen". An diesem Tag wurde Juna zum ersten Mal bewusst, dass sie zum Stamm der Waldschamanen gehörte. Der Baumstumpf war das Herz der Erde - ein Megalith aus einem vergangenen Turnier, dass die Schamanenstämme einmal im Jahr im Frühling veranstalteten. Solche Megalithen verfügen aber auch Jahre später noch über ihre magischen Kräfte und man tut gut daran sie nicht zu berühren.

Inzwischen ist Juna vierzehn Jahre alt und morgen ist ihr großer Tag. Sie darf das erste Mal mit zum großen Frühlingsturnier, wenn ihr Vater für den Stamm der Waldschamanen gegen den Stamm der Wasserschamanen antritt ...

Vorbereitung auf das Frühlingsturnier

Cairn entführt zwei Spieler in die fantastische bunte Welt der Schamanen, die im Duell den Stamm der Wasser- oder der Waldschamanen gegeneinander anführen. Der Schamanenstamm, der zuerst drei Megalithen errichtet gewinnt das Spiel. Das hört sich doch ganz einfach an, oder? Allerdings mussten auch wir bereits nach den ersten Partien erkennen, das hinter der bunten und verspielt illustrierten Welt von Cairn ein erstklassiges Taktikspiel mit ordentlichem Grübelfaktor steckt.

Der Turnierplatz ist schnell aufgebaut. Auf jeder Seite werden die Schamanen und die Punktemarker entsprechend dem Stamm platziert (zwei im Dorf und zwei in der Reihe vor dem Dorf aber nicht auf den Totemfeldern). Auf die zwei Steinkreisfelder in der Mitte des Spielplans und auf die entsprechenden Felder am Rand kommen je zwei Megalithenplättchen. Außerdem werden die Aktions- und Transformationsplättchen zufällig auf die entsprechenden Felder am Rand gelegt.

Auf sie mit Gebrüll?

Wohl besser auf sie mit Köpfchen. Eine Runde in Cairn besteht immer aus einer von drei möglichen Aktionen und dem Überprüfen des Transformationseffektes. Die in der Runde möglichen Aktionen sind auf den entsprechenden Plättchen abgebildet:

  1. Einen Schamanen aus dem Dorf auf ein weisses oder schwarzes Totemfeld stellen
  2. Einen Schamanen senkrecht/waagerecht oder diagonal bewegen
  3. Einen eigenen oder einen gegnerischen Schamanen überspringen

Der mögliche Transformationseffekt ist auf dem Plättchen abgebildet. Dieser wird nach der Aktion geprüft. Wenn eigene und gegnerische Schamanen dabei in der abgebildeten Formation stehen und einer der beteiligten Schamanen in diesem Zug bewegt wurde, darf der Spieler einen Megalithen errichten und bekommt einen Punkt.

Das ist aber nicht der einzige Weg im Spiel einen Punkt zu ergattern. Sollte ein Spieler das Spielfeld über das Dorf des Gegners verlassen bekommt dieser ebenfalls einen Punkt und darf auch einen Megalithen errichten. Sollte ein Spieler am Anfang seines Zuges keine der drei Aktionen ausführen können verliert er das Spiel. Sobald ein Spieler drei Punkte hat gewinnt er das Spiel.

Die Megalithen

Meghaliten sind eine begehrte Beute in Cairn, da sie die für den Sieg wichtigen Punkte liefern. Allerdings helfen Sie auch den Spielern direkt auf dem Feld. Megalithen werden stets auf freien Feldern errichtet und haben bestimmte Effekte. Diese Effekte werden aktiviert, sobald ein Spieler auf ein Feld mit Meghaliten gesetzt (oder versetzt) wird. Dadurch werden auch Ketten von Aktionen möglich. Die Kenntnis welche Möglichkeiten die jeweiligen Meghaliten haben ist also durchaus vorteilhaft.

Der Schamane spricht

Mit Cairn bringt Board Game Box einen taktischen Leckerbissen für zwei Personen. Das Spiel ist schnell aufgebaut, aber nicht so schnell gespielt wie gedacht. Für die Ausgewogenheit der Partie ist es wichtig, dass beide Spieler wissen, was die ausliegenden Megalithen für Effekte haben. Dann wird es erst richtig interessant Aktionen und Effekte miteinander zu kombinieren und damit dem Gegner das Leben schwer zu machen.

Die Spielfiguren sind in einer für ein Brettspiel sehr guten Qualität und laden dazu ein, farblich gestaltet zu werden. In der aufgeräumten Box befindet sich noch eine Mini-Erweiterung mit drei zusätzlichen Megaliten. Alles in allem ein gelungenes Gesamtpaket, dass durch die schöne Illustration und den taktischen Anspruch überzeugt.

Abschließend bleibt nur noch zu klären, ob Juna's Vater das erste Frühlingsturnier, dass die Kleine miterleben durfte, gewonnen hat. Ehrlich gesagt ich weiß es nicht. Vielleicht wird es Zeit, dass ihr den Stamm der Waldschamanen übernehmt und es selber herausfindet?

Cairn wurde uns freundlicherweise von Board Game Box kostenlos zur Verfügung gestellt. Auf unsere Bewertung hat das keinen Einfluss.

Spieleranzahl: 2 | Alter: 10+ | Spieldauer: 25 Minuten | Erscheinungsjahr: 2020
Autor: Christian Martinez | Illustration: Vincent Joubert | Verlag: BOARD GAME BOX AG
Weitere Informationen: boardgamebox.life/de/portfolio-item/cairn

  • 1 Spielbrett
  • 3 Aktionsplättchen
  • 1 Transformations-plättchen
  • 10 Schamanen Figuren
  • 14 Megalithen Plättchen
  • 2 Punktemarker
  • 1 Spielregeln

Der Frühling kommt, die Erde bebt vor Kraft und die Schamanen betrachten die Steine zwischen den Bäumen. Die Stunde hat geschlagen… Jeder Spieler repräsentiert einen Schamanen Stamm, der am großen Frühlingsturnier teilnimmt. Das Ziel des Turniers ist als Erster drei Megalithen zu errichten. Dem Gewinnerstamm wird Mutter Erde ihre Gunst schenken.

Brettspiele Strategie
12.10.2020 16:10 - Stefan